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Hund hat einen Krampfanfall: Was tun?

Bei Verdacht das tun:

  • Ruhe bewahren, deinen Hund nicht festhalten – nur die Umgebung sichern (Ecken polstern, andere Tiere fernhalten)
  • Die Uhrzeit merken oder die Dauer stoppen, wenn möglich ein Video machen – wichtig für die tierärztliche Einschätzung
  • Bei einem Anfall über 5 Minuten oder mehreren Anfällen direkt hintereinander sofort eine Tierarztpraxis oder Tierklinik kontaktieren

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Kurz erklärt:
Ein Krampfanfall sieht dramatisch aus, ist aber meist nach wenigen Minuten vorbei. Er kann einmalig auftreten oder bei Epilepsie, Vergiftungen, Stoffwechselstörungen oder Gehirnerkrankungen wiederkehren. Wichtig ist, während des Anfalls ruhig zu bleiben und deinen Hund vor Verletzungen zu schützen, ohne ihn festzuhalten.

Geprüft vom RUDEL. Fachteam Erste Hilfe Hund (zuletzt geprüft: 08.09.2026).

Dieser Beitrag ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei akuten oder unklaren Symptomen wende dich immer an eine Tierärztin oder einen Tierarzt.

Woran du es erkennst

  • Versteifung oder unkontrollierte Zuckungen
  • Umfallen, Bewusstlosigkeit
  • Speicheln, Schmatzen, Unruhe vor dem Anfall
  • Unkontrollierter Harn- oder Kotabsatz
  • Verwirrung oder Orientierungslosigkeit nach dem Anfall

Das musst du im Ernstfall tun

  • Ruhe bewahren – ein Anfall sieht dramatisch aus, ist aber meist nach wenigen Minuten vorbei
  • Deinen Hund nicht festhalten, nur die Umgebung sichern, damit er sich nicht verletzt
  • Die Uhrzeit merken oder die Dauer mitstoppen – wichtig für die tierärztliche Einschätzung
  • Wenn möglich ein Video vom Anfall machen, das hilft bei der späteren Diagnose
  • Nach dem Anfall Raum geben, leise sprechen und deinen Hund nicht bedrängen
  • Bei einem Anfall über 5 Minuten oder mehreren Anfällen hintereinander sofort eine Tierarztpraxis oder Tierklinik kontaktieren

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Was du auf keinen Fall tun solltest

  • Niemals ins Maul greifen – dein Hund hat während des Anfalls keine Kontrolle und kann ungewollt zubeißen
  • Keine Medikamente oder Wasser während des Anfalls geben
  • Deinen Hund während des Anfalls nicht festhalten
  • Bei Anfällen in Serie oder auffälligem Verhalten danach nicht abwarten

Welche Hunde besonders gefährdet sind

  • Hunde mit bekannter Epilepsie
  • Hunde mit Leber- oder Stoffwechselerkrankungen
  • Hunde nach Kopfverletzungen
  • Hunde mit möglichem Kontakt zu Giftstoffen (z. B. Eichenprozessionsspinner, Schneckenkorn, Giftköder)

So beugst du vor

  • Bei bekannter Epilepsie die verordnete Medikation zuverlässig und regelmäßig geben
  • Kontakt zu bekannten Giftquellen wie Giftködern, Schneckenkorn oder Eichenprozessionsspinnern vermeiden
  • Nach einem ersten Anfall zeitnah eine tierärztliche Abklärung der Ursache vornehmen lassen
  • Anfälle dokumentieren (Datum, Dauer, Auslöser), um Muster frühzeitig zu erkennen

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Häufig gefragt

Wie lange darf ein Krampfanfall beim Hund dauern?

Die meisten Anfälle dauern nur wenige Minuten. Dauert ein Anfall länger als 5 Minuten oder treten mehrere Anfälle direkt hintereinander auf, ist das ein Notfall – kontaktiere dann sofort eine Tierarztpraxis oder Tierklinik.

Warum sollte ich meinem Hund während eines Krampfanfalls nicht ins Maul greifen?

Während eines Anfalls hat dein Hund keine Kontrolle über seine Bewegungen und kann unbeabsichtigt zubeißen. Sichere stattdessen die Umgebung, damit er sich nicht verletzt, und halte ihn nicht fest.

Weitere Notfälle

Tim Matschkowski, Gründer von RUDEL.

Über den Autor

Tim Matschkowski

Gründer & Ausbilder Erste Hilfe Hund bei RUDEL.

Tim ist Mitgründer und Geschäftsführer von RUDEL. Seit über 15 Jahren beschäftigt er sich intensiv mit Hunden. Er ist ausgebildeter und zertifizierter Hundetrainer (§ 11 TierSchG), Ausbilder für Erste Hilfe am Hund und hat mit RUDEL. das Canine Science Forum mitorganisiert.

Besonders wichtig ist ihm die Verbindung von praktischer Erfahrung, wissenschaftlichen Erkenntnissen und tiermedizinischem Wissen rund um den Alltag mit Hund. Vertieft hat er seine Perspektive unter anderem als Gastforscher am Max-Planck-Institut, im Austausch mit Dog Labs weltweit sowie bei Aufenthalten im spanischen Tierschutz und in Costa Rica, wo er unterschiedliche Formen des Zusammenlebens von Mensch und Hund kennengelernt hat.