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Hund hat Xylit gefressen: Was tun?

Bei Verdacht das tun:

  • Verpackung prüfen, ob Xylit (auch „Xylitol“, E967) enthalten ist, und Menge notieren
  • Kein Erbrechen auslösen und keine Hausmittel geben, ohne tierärztliche Anweisung
  • Sofort eine Tierarztpraxis oder Tierklinik kontaktieren – bei Xylit zählt jede Minute

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Kurz erklärt:
Xylit ist ein Zuckerersatzstoff, der in zuckerfreien Kaugummis, manchen Schokoladen und Fitnessprodukten wie Proteinriegeln steckt. Schon kleinste Mengen können für Hunde lebensgefährlich sein: Xylit lässt die Insulinausschüttung stark ansteigen, was zu einer gefährlichen Unterzuckerung und in der Folge zu Leberversagen führen kann.

Eine leuchtend grüne Illustration einer Giftflasche mit Totenkopf-Symbol neben mehreren Kaugummistreifen und kleinen kristallinen Zuckerersatz-Stücken

Geprüft vom RUDEL. Fachteam Erste Hilfe Hund (zuletzt geprüft: 08.09.2026).

Dieser Beitrag ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei akuten oder unklaren Symptomen wende dich immer an eine Tierärztin oder einen Tierarzt.

Woran du es erkennst

  • Erbrechen, Schwäche, Taumeln
  • Zittern, Unruhe
  • Im Verlauf: Bewusstseinstrübung, Krämpfe (Anzeichen einer Unterzuckerung)
  • Später möglich: Anzeichen von Leberversagen wie Gelbsucht oder starke Mattigkeit

Das musst du im Ernstfall tun

  • Verpackung des Produkts aufbewahren und prüfen, ob Xylit/Xylitol (E967) als Zutat aufgeführt ist
  • Menge und Fresszeitpunkt so gut wie möglich notieren
  • Mit dem Giftrechner in der RUDEL. App eine erste Einschätzung holen
  • Kein Erbrechen auslösen und keine Milch, Salzwasser oder Aktivkohle geben, ohne dass ein Tierarzt es anweist
  • Sofort eine Tierarztpraxis oder Tierklinik kontaktieren – schon kleine Mengen können lebensgefährlich sein
  • Auch ohne sichtbare Symptome sofort handeln, da sich eine Unterzuckerung sehr schnell entwickeln kann

In der RUDEL. App bekommst du für genau diese Situation in Sekunden eine Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Was du auf keinen Fall tun solltest

  • Nicht abwarten, bis Symptome auftreten – bei Xylit kann eine Unterzuckerung innerhalb kurzer Zeit lebensbedrohlich werden
  • Kein Erbrechen selbst auslösen ohne tierärztliche Anweisung
  • Nicht davon ausgehen, dass kleine Mengen harmlos sind – schon geringe Mengen Xylit können gefährlich sein
  • Keine Hausmittel ohne tierärztliche Anweisung geben

Welche Hunde besonders gefährdet sind

  • Alle Hunde, unabhängig von Größe oder Rasse – schon kleine Mengen sind gefährlich
  • Hunde mit Zugang zu zuckerfreien Kaugummis, Bonbons oder Fitnessprodukten wie Proteinriegeln
  • Hunde, die häufig Essensreste oder Taschen durchsuchen

So beugst du vor

  • Zuckerfreie Kaugummis, Bonbons und Fitnessprodukte mit Xylit unzugänglich aufbewahren
  • Zutatenlisten prüfen, bevor du Lebensmittel offen herumliegen lässt
  • Taschen und Rucksäcke mit Kaugummi oder Proteinriegeln nicht in Reichweite deines Hundes lassen
  • Gäste und Betreuungspersonen über die Gefahr von Xylit informieren

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Häufig gefragt

In welchen Lebensmitteln steckt Xylit?

Xylit (auch Xylitol oder E967 genannt) steckt vor allem in zuckerfreien Kaugummis und Bonbons, manchen zuckerfreien Schokoladen sowie in Fitnessprodukten wie Proteinriegeln. Ein Blick auf die Zutatenliste hilft, die Gefahr rechtzeitig zu erkennen.

Warum ist Xylit schon in kleinen Mengen so gefährlich?

Xylit lässt beim Hund die Insulinausschüttung stark ansteigen, was zu einer schweren Unterzuckerung führen kann. Das kann in der Folge auch die Leber schädigen. Deshalb ist bei Xylit-Aufnahme schnelles Handeln wichtiger als bei vielen anderen Vergiftungen.

Weitere Notfälle

Tim Matschkowski, Gründer von RUDEL.

Über den Autor

Tim Matschkowski

Gründer & Ausbilder Erste Hilfe Hund bei RUDEL.

Tim ist Mitgründer und Geschäftsführer von RUDEL. Seit über 15 Jahren beschäftigt er sich intensiv mit Hunden. Er ist ausgebildeter und zertifizierter Hundetrainer (§ 11 TierSchG), Ausbilder für Erste Hilfe am Hund und hat mit RUDEL. das Canine Science Forum mitorganisiert.

Besonders wichtig ist ihm die Verbindung von praktischer Erfahrung, wissenschaftlichen Erkenntnissen und tiermedizinischem Wissen rund um den Alltag mit Hund. Vertieft hat er seine Perspektive unter anderem als Gastforscher am Max-Planck-Institut, im Austausch mit Dog Labs weltweit sowie bei Aufenthalten im spanischen Tierschutz und in Costa Rica, wo er unterschiedliche Formen des Zusammenlebens von Mensch und Hund kennengelernt hat.