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Hund von Biene oder Wespe gestochen: Was tun?

Bei Verdacht das tun:

  • Stichstelle lokalisieren – Maul, Lefzen, Augenlider und Pfoten besonders gut kontrollieren
  • Stachel vorsichtig mit einer Pinzette entfernen (nicht quetschen) und mit einem feuchten Tuch kühlen – nie Eis direkt auf die Haut
  • Bei Atemnot, starker Schwellung oder Kreislaufproblemen sofort eine Tierarztpraxis oder Tierklinik aufsuchen

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Kurz erklärt:
Die meisten Insektenstiche bei Hunden verlaufen harmlos – vor allem an Pfoten oder Hautstellen mit wenig Gewebe. Gefährlich werden können Stiche im Kopfbereich (Maul, Lefzen, Zunge) sowie allergische Reaktionen, bei denen sich der ganze Kopf anschwellen oder die Atmung beeinträchtigt sein kann.

Geprüft vom RUDEL. Fachteam Erste Hilfe Hund (zuletzt geprüft: 08.09.2026).

Dieser Beitrag ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei akuten oder unklaren Symptomen wende dich immer an eine Tierärztin oder einen Tierarzt.

Woran du es erkennst

  • Schwellung an einer Hautstelle
  • Belecken, Knabbern oder Kratzen an der Stichstelle
  • Rötung, Hitzegefühl, Schmerz
  • Bei Stichen im Maul: Schmatzen, geschwollene Lefzen oder Zunge, Schluckbeschwerden
  • Bei allergischer Reaktion: Atemnot, Zittern, Erbrechen, Taumeln

Das musst du im Ernstfall tun

  • Stichstelle lokalisieren – Maul, Lefzen, Augenlider und Pfoten besonders gründlich kontrollieren
  • Einen sichtbaren Stachel vorsichtig mit einer Pinzette entfernen, nicht quetschen
  • Mit einem feuchten Tuch oder einem in Stoff gewickelten Kühlpad kühlen – nie Eis oder Kühlpad direkt auf die Haut legen
  • Deinen Hund beobachten, besonders bei Stichen im Maul, Hals oder bei auffälligem Verhalten
  • Bei Juckreiz das Aufkratzen der Stichstelle verhindern, z. B. durch Ablenkung oder einen Halskragen
  • Bei Atemnot, schnell zunehmender Schwellung oder Kreislaufproblemen sofort eine Tierarztpraxis oder Tierklinik aufsuchen

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Was du auf keinen Fall tun solltest

  • Kein Eis oder Kühlpad direkt auf die Haut legen – das kann Kälteschäden verursachen
  • Den Stachel nicht quetschen oder mit den Fingern herausdrücken
  • Bei Stichen im Rachen- oder Kehlkopfbereich nicht abwarten – hier besteht Erstickungsgefahr durch anschwellende Atemwege
  • Eine allergische Reaktion (schnelle Schwellung, Atemnot, Zittern, blasse Schleimhäute) nicht mit einer harmlosen Schwellung verwechseln

Welche Hunde besonders gefährdet sind

  • Hunde, die gerne Insekten jagen oder schnappen
  • Hunde mit Zugang zu Wiesen, Blumenbeeten oder der Nähe von Wespennestern
  • Hunde mit bereits bekannten allergischen Reaktionen auf Insektengift

So beugst du vor

  • Beim Spielen im Gras oder auf Wiesen aufmerksam bleiben, besonders im Frühling und Sommer
  • Deinen Hund vom Schnappen nach Insekten abhalten, wenn möglich
  • Bei bekannten Wespennestern oder Insektennestern in der Nähe besonders vorsichtig sein
  • Nach einem Stich die Stelle einige Stunden im Blick behalten, auch wenn sie zunächst harmlos wirkt

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Häufig gefragt

Wie unterscheide ich eine harmlose Schwellung von einer allergischen Reaktion?

Eine leichte Schwellung an Lefze oder Schnauze nach einem einzelnen Stich ist häufig harmlos und geht meist innerhalb von 5 bis 6 Stunden von selbst zurück – Kühlen reicht meist aus. Nimmt die Schwellung dagegen schnell zu, sind Zunge oder Kehle betroffen, oder zeigt dein Hund Atem- oder Schluckprobleme, kann Lebensgefahr bestehen – dann sofort eine Tierarztpraxis oder Tierklinik aufsuchen.

Warum sind Stiche im Maul besonders gefährlich?

Weil die Atemwege in unmittelbarer Nähe liegen. Schwillt die Zunge, die Lefzen oder der Rachenbereich an, kann das die Atmung beeinträchtigen. Deshalb solltest du deinen Hund nach einem Stich im Maulbereich besonders aufmerksam beobachten.

Weitere Notfälle

Tim Matschkowski, Gründer von RUDEL.

Über den Autor

Tim Matschkowski

Gründer & Ausbilder Erste Hilfe Hund bei RUDEL.

Tim ist Mitgründer und Geschäftsführer von RUDEL. Seit über 15 Jahren beschäftigt er sich intensiv mit Hunden. Er ist ausgebildeter und zertifizierter Hundetrainer (§ 11 TierSchG), Ausbilder für Erste Hilfe am Hund und hat mit RUDEL. das Canine Science Forum mitorganisiert.

Besonders wichtig ist ihm die Verbindung von praktischer Erfahrung, wissenschaftlichen Erkenntnissen und tiermedizinischem Wissen rund um den Alltag mit Hund. Vertieft hat er seine Perspektive unter anderem als Gastforscher am Max-Planck-Institut, im Austausch mit Dog Labs weltweit sowie bei Aufenthalten im spanischen Tierschutz und in Costa Rica, wo er unterschiedliche Formen des Zusammenlebens von Mensch und Hund kennengelernt hat.