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Hund hat Zwiebeln oder Knoblauch gefressen: Was tun?

Bei Verdacht das tun:

  • Menge und Zeitpunkt der Aufnahme so gut wie möglich einschätzen
  • Kein Erbrechen auslösen und keine Hausmittel geben, ohne tierärztliche Anweisung
  • Eine Tierarztpraxis oder Tierklinik kontaktieren – auch wenn dein Hund noch keine Symptome zeigt

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Kurz erklärt:
Zwiebeln und Knoblauch enthalten Schwefelverbindungen, die die roten Blutkörperchen deines Hundes schädigen können. Das kann zu einer sogenannten hämolytischen Anämie führen – die roten Blutkörperchen werden vermehrt abgebaut. Die Wirkung tritt oft nicht sofort, sondern erst nach ein bis mehreren Tagen auf, egal ob roh, gekocht oder als Pulver aufgenommen.

Eine leuchtend grüne Illustration einer Giftflasche mit Totenkopf-Symbol neben einer ganzen Zwiebel und einer halbierten, geschälten Zwiebel

Geprüft vom RUDEL. Fachteam Erste Hilfe Hund (zuletzt geprüft: 08.09.2026).

Dieser Beitrag ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei akuten oder unklaren Symptomen wende dich immer an eine Tierärztin oder einen Tierarzt.

Woran du es erkennst

  • Mattigkeit, Schwäche, schnellere Atmung
  • Blasses oder gelbliches Zahnfleisch
  • Dunkel gefärbter Urin
  • Erbrechen, Durchfall, Appetitlosigkeit
  • Erhöhte Herzfrequenz

Das musst du im Ernstfall tun

  • Ruhig bleiben und einschätzen, wie viel dein Hund ungefähr gefressen hat
  • Kein Erbrechen auslösen und keine Milch, Salzwasser oder Aktivkohle geben, ohne dass ein Tierarzt es anweist
  • Eine Tierarztpraxis oder Tierklinik kontaktieren, auch ohne sichtbare Symptome – die Wirkung setzt oft erst verzögert ein
  • In den nächsten Tagen auf Anzeichen wie Mattigkeit, blasses Zahnfleisch oder dunklen Urin achten
  • Reste der Speise (z. B. Zwiebelsuppe, Knoblauchbrot) für die tierärztliche Einschätzung aufbewahren
  • Bei Unsicherheit über die Menge ergänzend den Giftrechner in der RUDEL. App zur Orientierung nutzen

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Was du auf keinen Fall tun solltest

  • Nicht abwarten, weil dein Hund direkt danach noch fit wirkt – die Symptome zeigen sich oft erst mit Verzögerung
  • Kein Erbrechen selbst auslösen ohne tierärztliche Anweisung
  • Nicht davon ausgehen, dass gekochte oder pulverisierte Zwiebeln/Knoblauch harmlos sind – die Zubereitungsart ändert nichts an der Giftigkeit
  • Keine Hausmittel ohne tierärztliche Anweisung geben

Welche Hunde besonders gefährdet sind

  • Hunde mit Zugang zu Essensresten wie Zwiebelsuppe, Knoblauchbrot oder gewürzten Speisen
  • Hunde, die Küchenabfälle aus dem Mülleimer fressen
  • Kleinere Hunde (geringere Menge reicht für eine relevante Wirkung)

So beugst du vor

  • Zwiebeln, Knoblauch und damit zubereitete Speisen unzugänglich aufbewahren
  • Küchenabfälle und Essensreste sicher entsorgen, nicht offen im Mülleimer lassen
  • Gäste und Betreuungspersonen darauf hinweisen, deinem Hund keine gewürzten Essensreste zu geben
  • Bei selbst zubereitetem Hundefutter auf zwiebel- und knoblauchfreie Zutaten achten

Du bist gerade unsicher?

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Häufig gefragt

Ist eine kleine Menge Zwiebel oder Knoblauch schon gefährlich?

Ja, auch kleinere Mengen können bei wiederholter Aufnahme oder bei kleinen Hunden zu einer relevanten Schädigung der roten Blutkörperchen führen. Kontaktiere im Zweifel eine Tierarztpraxis oder Tierklinik, statt abzuwarten.

Warum zeigen sich die Symptome oft erst später?

Die Schädigung der roten Blutkörperchen entwickelt sich schrittweise, deshalb können sichtbare Anzeichen wie blasses Zahnfleisch oder dunkler Urin erst ein bis mehrere Tage nach der Aufnahme auftreten. Deshalb ist es wichtig, auch ohne akute Symptome frühzeitig eine Tierärztin oder einen Tierarzt zu kontaktieren.

Weitere Notfälle

Tim Matschkowski, Gründer von RUDEL.

Über den Autor

Tim Matschkowski

Gründer & Ausbilder Erste Hilfe Hund bei RUDEL.

Tim ist Mitgründer und Geschäftsführer von RUDEL. Seit über 15 Jahren beschäftigt er sich intensiv mit Hunden. Er ist ausgebildeter und zertifizierter Hundetrainer (§ 11 TierSchG), Ausbilder für Erste Hilfe am Hund und hat mit RUDEL. das Canine Science Forum mitorganisiert.

Besonders wichtig ist ihm die Verbindung von praktischer Erfahrung, wissenschaftlichen Erkenntnissen und tiermedizinischem Wissen rund um den Alltag mit Hund. Vertieft hat er seine Perspektive unter anderem als Gastforscher am Max-Planck-Institut, im Austausch mit Dog Labs weltweit sowie bei Aufenthalten im spanischen Tierschutz und in Costa Rica, wo er unterschiedliche Formen des Zusammenlebens von Mensch und Hund kennengelernt hat.