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Hund wurde gebissen: Erste Hilfe bei Bissverletzungen

Bei Verdacht das tun:

  • Deinen Hund beruhigen und sichern – bei starken Schmerzen ggf. einen Maulkorb oder eine Maulschlaufe nutzen
  • Die Wunde mit steriler Kochsalzlösung spülen, nicht reiben, nur vorsichtig abtupfen
  • Schnellstmöglich tierärztlich abklären lassen – auch bei kleinen oder kaum sichtbaren Einstichen

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Kurz erklärt:
Bissverletzungen wirken oft kleiner, als sie sind – die Reiß- und Quetschwirkung der Zähne betrifft meist tiefes Gewebe. Durch Speichel und Bakterien entstehen häufig Entzündungen oder Abszesse, die sich erst nach 1 bis 3 Tagen zeigen. Deshalb sollte jede Bissverletzung, auch oberflächlich wirkende, tierärztlich untersucht werden.

Geprüft vom RUDEL. Fachteam Erste Hilfe Hund (zuletzt geprüft: 08.09.2026).

Dieser Beitrag ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei akuten oder unklaren Symptomen wende dich immer an eine Tierärztin oder einen Tierarzt.

Woran du es erkennst

  • Kleine Einstichwunden oder Schürfungen
  • Schwellung, Rötung oder Bluterguss
  • Schmerzreaktion bei Berührung
  • Zittern, Rückzug, Appetitverlust
  • Fieber oder Lethargie am Folgetag
  • Lecken oder Beißen an der betroffenen Stelle

Das musst du im Ernstfall tun

  • Deinen Hund beruhigen und sichern – bei starken Schmerzen ggf. einen Maulkorb oder eine Maulschlaufe nutzen
  • Die Wunde mit steriler Kochsalzlösung spülen, nicht reiben, nur vorsichtig abtupfen
  • Kein Jod, Alkohol oder Wasserstoffperoxid verwenden – das reizt das Gewebe
  • Die Wundränder mit alkoholfreiem Wundspray desinfizieren, nicht tief ins Gewebe sprühen
  • Eine Kompresse locker auflegen und leicht fixieren, keinen Druckverband anlegen
  • Schnellstmöglich tierärztlich abklären lassen – auch bei kleinen oder kaum sichtbaren Einstichen

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Was du auf keinen Fall tun solltest

  • Kein Jod, Alkohol oder Wasserstoffperoxid zur Wunddesinfektion verwenden
  • Die Wunde nicht reiben, nur vorsichtig abtupfen
  • Keinen Druckverband auf eine Bissverletzung anlegen
  • Eine oberflächlich wirkende Bissverletzung nicht ohne tierärztliche Untersuchung belassen – Entzündungen zeigen sich oft erst nach 1 bis 3 Tagen

Welche Hunde besonders gefährdet sind

  • Hunde bei Begegnungen mit ungeklärter Kommunikation oder Revierverhalten
  • Hunde in Ressourcenkonflikten (Futter, Spielzeug)
  • Hunde mit Schmerzen oder Angst, die zu Abwehrbissen führen können

So beugst du vor

  • Hundebegegnungen aufmerksam beobachten und bei Anspannung frühzeitig eingreifen
  • Ressourcenkonflikte um Futter oder Spielzeug vermeiden
  • Bei Schmerzen oder Angst deines Hundes besonders vorsichtig und respektvoll vorgehen
  • Nach jeder Rangelei die betroffenen Stellen (Nacken, Rute, Schultern, Flanken) auf Verletzungen kontrollieren

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Häufig gefragt

Muss ich auch bei einer kleinen, oberflächlichen Bisswunde zum Tierarzt?

Ja. Bissverletzungen wirken oft kleiner, als sie sind, da die Reiß- und Quetschwirkung der Zähne tiefes Gewebe betrifft. Entzündungen oder Abszesse zeigen sich oft erst nach 1 bis 3 Tagen, deshalb sollte jede Bissverletzung tierärztlich untersucht werden.

Darf ich eine Bissverletzung mit Jod oder Alkohol desinfizieren?

Nein, verwende kein Jod, keinen Alkohol und kein Wasserstoffperoxid – das reizt das Gewebe zusätzlich. Nutze stattdessen sterile Kochsalzlösung zum Spülen und ein alkoholfreies Wundspray.

Weitere Notfälle

Tim Matschkowski, Gründer von RUDEL.

Über den Autor

Tim Matschkowski

Gründer & Ausbilder Erste Hilfe Hund bei RUDEL.

Tim ist Mitgründer und Geschäftsführer von RUDEL. Seit über 15 Jahren beschäftigt er sich intensiv mit Hunden. Er ist ausgebildeter und zertifizierter Hundetrainer (§ 11 TierSchG), Ausbilder für Erste Hilfe am Hund und hat mit RUDEL. das Canine Science Forum mitorganisiert.

Besonders wichtig ist ihm die Verbindung von praktischer Erfahrung, wissenschaftlichen Erkenntnissen und tiermedizinischem Wissen rund um den Alltag mit Hund. Vertieft hat er seine Perspektive unter anderem als Gastforscher am Max-Planck-Institut, im Austausch mit Dog Labs weltweit sowie bei Aufenthalten im spanischen Tierschutz und in Costa Rica, wo er unterschiedliche Formen des Zusammenlebens von Mensch und Hund kennengelernt hat.