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Hund atmet nicht mehr: Wiederbelebung beim Hund (Anleitung)

Bei Verdacht das tun:

  • Sofort zur nächsten Tierarztpraxis oder Tierklinik aufbrechen – keine Zeit verlieren
  • Prüfen: Herzschlag, Atmung, Schleimhautfarbe. Kein Herzschlag oder keine Atmung erkennbar? Sofort mit der Reanimation beginnen
  • Herzdruckmassage (ca. 120 Kompressionen pro Minute) im Wechsel mit Beatmung (alle 30 Kompressionen 2 Atemzüge durch die Nase) fortsetzen, bis Hilfe eintrifft

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Kurz erklärt:
Wenn dein Hund nicht mehr atmet, zählt jede Sekunde. Ein Herz-Kreislaufstillstand ist selten, aber lebensbedrohlich – mit Herzdruckmassage und Beatmung kannst du die Zeit bis zur tierärztlichen Versorgung überbrücken. Du kannst dabei nichts falsch machen, außer nichts zu tun.

Geprüft vom RUDEL. Fachteam Erste Hilfe Hund (zuletzt geprüft: 08.09.2026).

Dieser Beitrag ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei akuten oder unklaren Symptomen wende dich immer an eine Tierärztin oder einen Tierarzt.

Woran du es erkennst

  • Keine sichtbare Atmung
  • Kein tastbarer Herzschlag
  • Bewusstlosigkeit, schlaffe Gliedmaßen
  • Blasse oder bläuliche Schleimhäute
  • Pupillen reagieren nicht auf Licht
  • Keine Reaktion auf Ansprache oder Berührung

Das musst du im Ernstfall tun

  • Sofort zur nächsten Tierarztpraxis oder Tierklinik aufbrechen – keine Zeit verlieren
  • Bei Bewusstlosigkeit prüfen: Herzschlag, Atmung, Schleimhautfarbe (z. B. Zahnfleisch)
  • Kein Herzschlag tastbar oder bläuliche/blasse Schleimhäute: sofort mit der Reanimation beginnen
  • Deinen Hund auf die rechte Seite legen – das Herz liegt etwa auf Höhe des Ellenbogens
  • Herzdruckmassage mit ca. 120 Kompressionen pro Minute, kräftig und rhythmisch durchführen
  • Alle 30 Kompressionen 2 Atemzüge durch die Nase geben, dabei das Maul geschlossen halten
  • Bist du allein, im Verhältnis 30:2 zwischen Kompression und Beatmung wechseln; seid ihr zu zweit, kann eine Person fahren, während die andere weiter reanimiert
  • Die Reanimation fortsetzen, bis Hilfe eintrifft oder dein Hund reagiert

In der RUDEL. App bekommst du für genau diese Situation in Sekunden eine Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Was du auf keinen Fall tun solltest

  • Nicht zu lange nach Puls oder Atmung suchen – jede Sekunde zählt
  • Keinen unnötigen Druck auf Bauch oder Hals ausüben
  • Die eigene Sicherheit nicht vergessen – z. B. bei Verkehr oder Wasser erst dich selbst absichern
  • Nicht zögern, mit der Reanimation zu beginnen – du kannst nichts falsch machen, außer nichts zu tun

Welche Hunde besonders gefährdet sind

  • Hunde nach schweren Unfällen
  • Hunde mit Vergiftungen oder Schockzuständen
  • Hunde mit Hitzschlag oder schweren Vorerkrankungen

So beugst du vor

  • Dich mit den Grundlagen der Hunde-Wiederbelebung vertraut machen, bevor ein Notfall eintritt
  • Einen Erste-Hilfe-Kurs mit Reanimationsübungen für Hunde besuchen
  • Notfallnummern von Tierarztpraxis und Tierklinik jederzeit griffbereit haben
  • Bekannte Risikofaktoren (Herzerkrankungen, Vorerkrankungen) regelmäßig tierärztlich kontrollieren lassen

Du bist gerade unsicher?

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Häufig gefragt

Wie schnell und kräftig muss ich die Herzdruckmassage beim Hund durchführen?

Etwa 120 Kompressionen pro Minute, kräftig und rhythmisch – ähnlich dem Takt des Lieds „Staying Alive“. Das Herz liegt beim liegenden Hund auf der rechten Seite etwa auf Höhe des Ellenbogens.

Kann ich bei der Reanimation etwas falsch machen?

Das Wichtigste ist, überhaupt zu handeln. Ein Herz-Kreislaufstillstand ist lebensbedrohlich, und du kannst durch dein Eingreifen nichts verschlimmern, außer gar nicht zu reagieren. Bringe deinen Hund parallel so schnell wie möglich in tierärztliche Behandlung.

Weitere Notfälle

Tim Matschkowski, Gründer von RUDEL.

Über den Autor

Tim Matschkowski

Gründer & Ausbilder Erste Hilfe Hund bei RUDEL.

Tim ist Mitgründer und Geschäftsführer von RUDEL. Seit über 15 Jahren beschäftigt er sich intensiv mit Hunden. Er ist ausgebildeter und zertifizierter Hundetrainer (§ 11 TierSchG), Ausbilder für Erste Hilfe am Hund und hat mit RUDEL. das Canine Science Forum mitorganisiert.

Besonders wichtig ist ihm die Verbindung von praktischer Erfahrung, wissenschaftlichen Erkenntnissen und tiermedizinischem Wissen rund um den Alltag mit Hund. Vertieft hat er seine Perspektive unter anderem als Gastforscher am Max-Planck-Institut, im Austausch mit Dog Labs weltweit sowie bei Aufenthalten im spanischen Tierschutz und in Costa Rica, wo er unterschiedliche Formen des Zusammenlebens von Mensch und Hund kennengelernt hat.